
Hey, heute Morgen hatte ich ein wunderbares Gespräch mit einem lieben Menschen in einer tollen Qi Gong-Gruppe, der sich gerade sehr
viele Gedanken darüber macht, ob drei oder auch vier Wochen Kur eigentlich ausreichen, um danach wieder voll im Saft zu sein und Bäume auszureißen. Nach der Hälfte seiner Kur sei noch nicht
wirklich zu spüren, dass der Akku immer voller werde. Langsam müsse ja mal was passieren…
"Bäume ausreißen" war irgendwie das Stichwort für die Unterhaltung. Eine Kur müsse doch Kraft geben für die Bewältigung der kommenden
Aufgaben. So wie die neun Jahre vor der Kur, als er jeden Tag Bäume ausgerissen und den Alltag mit all seiner Kraft geschafft habe… Das müsse doch das Ziel dieser Kur sein oder? Gute Frage,
finde ich! Ich musste dann auch erstmal kurz nachdenken. Neun Jahre Bäume ausgerissen als pflegender Angehöriger! Neun Jahre funktioniert und mit all seiner Kraft jeden Tag bravourös
gemeistert! Neun Jahre wirklich Großartiges geleistet für seine Partnerin und damit letztlich auch für sich! Puh… Und nach neun Jahren war sie dann weg, diese Energie, die jeden Tag dafür
gereicht hat, die Bäume des Alltages in einer nicht einfachen Lebenssituation auszureißen…
Hm, und nun? Kann es nach dieser Erfahrung eigentlich wirklich das Ziel einer Kur sein, sich in drei oder vier Wochen wieder auf ein
Level zu bringen, das ausreicht, um nach der Kur genau an dem Punkt weiterzumachen, an dem man nach neun Jahren Bäume ausreißen erschöpft aufgehört hat? Fühlt sich nicht wirklich stimmig an
oder!?! Fanden wir auch! Und im Verlauf des Gesprächs haben wir dann ein paar andere mögliche Ziele und Erkenntnisse versucht zu finden! Mit Erfolg:
Vielleicht reicht in einer Kur ja einfach die Erkenntnis, in Zukunft nicht zu viele Bäume alleine ausreißen zu wollen. Die Erkenntnis,
dass Bäume ausreißen Energie kostet und deshalb Pausen dringend notwendig sind. Die Erkenntnis, dass es durchaus helfen kann, sich beim Bäume ausreißen helfen zu lassen. Und dass ab und zu im
Alltag ein kurzer Moment der Achtsamkeit, eine kleine Pause, ein leises Durchatmen dabei helfen können, rechtzeitig zu erkennen, wann das eigene Energielevel bedrohlich in den Keller sinkt.
Und dass eine Kur wichtige Impulse, wunderbare Übungen und viele Informationen vermitteln kann, mit denen der Alltag danach ein wenig leichter zu meistern ist… Tolle Ziele
oder!?!
Eigentlich geht es doch darum, sich selbst wieder ein wenig zu entdecken, die eigenen, oft unter den Belastungen des Alltages
verschütteten Bedürfnisse wieder zu spüren, sich wahrzunehmen und ein wenig liebevoller mit sich umzugehen…
Für mich ein wunderbares Fazit des Gesprächs, weil diese kleine Pflanze der Selbstliebe in alle Bereiche des Alltages ausstrahlen
wird, diese Energie zu einem zurückkommt, aus „müssen müssen“ ein „möchten möchten“ wird und es am Ende vielleicht gar nicht mehr nötig ist, mit aller Macht, Energie und Gewalt Bäume
auszureißen…
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